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Jobsharing bei der Bank Cler

«Zwei Personen motivieren sich gegenseitig»

Elena Luongo und Cyril Liniger arbeiten im Jobsharing jeweils als Kundenberaterin respektive Kundenberater Privatkunden. Zusammen mit ihrer Führungskraft, Marc Schäfer (Marktgebietsleiter Basel) erzählen sie von ihren Erfahrungen und geben persönliche Erfolgstipps.

Wie kam es zu dieser Jobsharing-Situation?

Marc: «Cyril arbeitet bereits seit mehr als vier Jahren bei der Bank Cler und hat bis 2021 einen eigenen Kundenstamm betreut. 2021 entschied er sich dann für ein Master-Studium und äusserte den Wunsch, sein Pensum auf 40% zu reduzieren, um so Studium und Job optimal unter einen Hut zu bekommen. Fast zur gleichen Zeit teilte mir Elena im Rahmen ihres Entwicklunsgdialoges mit, dass sie sich für eine andere Kundengruppe interessiert, für die gleiche, für die auch Cyril arbeitet. Elena arbeitete neben ihrem Studium bereits 60% berufsbegleitend als Kundenberaterin bei uns. Da ich bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Jobsharing gemacht habe, war ich gerne dazu bereit, auch hier ein Jobsharing-Modell einzusetzen.

Cyril: «Marc hat mich angefragt, ob ich mir ein Jobsharing mit Elena vorstellen könnte. Da wir uns bereits gut kannten, fand ich das eine tolle Möglichkeit für uns beide.»

Wie lebt ihr Jobsharing im Arbeitsalltag ganz konkret? Wie stellt ihr sicher, dass es funktioniert?

Cyril: «Für uns ist es wichtig, dass wir als Team agieren. Wir haben die Kundinnen und Kunden deshalb auch nicht unterteilt, sondern sind beide gleichermassen Ansprechperson für alle. Die Kunden haben wir selbstverständlich frühzeitig darüber informiert. An zwei halben Tagen arbeiten wir gleichzeitig. Über ein internes Tool teilen wir die wichtigsten Kundeninformationen miteinander und erfassen alle «To Do's».

Elena: «Wir wissen immer voneinander, wer an was arbeitet. Diese Transparenz ist eine wichtige Voraussetzung, um unsere Kundinnen und Kunden optimal betreuen zu können».

Wie kommt Jobsharing bei den Kunden an?

Elena: «Die meisten Kunden geben uns positive Rückmeldungen. Sie meinen, für sie hat sich nicht wirklich etwas geändert. Einige kannten Cyril ja schon. Den Kunden ist wichtig, dass ihre Anliegen sorgfältig und kompetent erledigt werden und da dies selbstverständlich nach wie vor der Fall ist, sind sie zufrieden. Gewisse Kunden waren zu Beginn unsicher, an wen sie sich jeweils wenden sollen. Ob sie ihre Nachrichten an nur eine Person oder an beide schicken müssen. Aber auch solche Unsicherheiten liessen sich rasch und zufriedenstellend klären, da wir beide unsere E-Mails gegenseitig lesen.»

«Die Kunden sind auch positiv überrascht, dass die Bank Cler diese Möglichkeit bietet!»
Cyril

Cyril: «Es passt zu dem, was wir uns auch auf die Fahne schreiben. Wir sind frisch, mutig und flexibel und das leben wir auch!»

Elena: «Viele meiner Mitstudierenden sind begeistert, dass ich die Möglichkeit habe im Jobsharing zu arbeiten. Meist ist es schwierig, Studium und einen anspruchsvollen Job miteinander zu vereinbaren.».

Warum gibt es Jobsharing eurer Meinung nach heute immer noch eher selten?

Marc: «Für die Führungskraft ist es eine zusätzliche Herausforderung – sie hat zwei Personen, die sie führen muss und evtl. zwei Aus- oder Weiterbildungen, anstatt nur eine. Beide Mitarbeitende benötigen gleichermassen meine Unterstützung und diesen extra Effort ist nicht jede und jeder bereit zu geben. Der Aufwand für die Führungskraft ist höher, als wenn man nur eine Person zu 100% anstellt.»

Was bringt dir das Jobsharing als Führungskraft denn?

Marc: «Der Mehrwert ist, dass ich zwei Kundenberatende habe, die hervorragend ausgebildet sind. Zwei Personen motivieren sich gegenseitig und sind sich gegenseitig verpflichtet: Ich habe zwei Köpfe, die mitgestalten. Und ich habe zwei Personen, die ich weiterentwickeln kann. In unserem konkreten Fall erschliessen wir damit eine neue Mitarbeitendengruppe: qualifizierte Studierende, denen ich bislang keine Jobangebote machen konnte. Wir sind noch etwas mutiger, indem wir diesen auch bereits die Betreuung einer anspruchsvollen Kundengruppe übergeben.»

Was habt ihr davon, wenn ihr euch den Job teilt?

Cyril: «Ich kann während meines Studiums weiterarbeiten und die Tätigkeit ist interessant. Es gibt nicht viele spannende 40%-Stellen. Und ich kann in meinem gewohnten Umfeld bleiben. Ich habe die Chance, mich on-the-job weiterzuentwickeln und baue an der Uni den theoretischen Hintergrund aus. Für mich ist das perfekt!»

Elena: «Für mich ist es auch toll, dass ich beruflich aufsteigen und mich weiterentwickeln kann. Zudem habe ich die Möglichkeit von Cyrils Erfahrung und seinem Wissen zu profitieren. Dafür bin ich sehr dankbar. Es wäre anders gewesen, diese Position ohne Cyril zu übernehmen.»

Cyril: «Toll war, dass wir uns bereits kannten. Wir haben schon vorher gut zusammengearbeitet und sind beide sehr engagiert.»

Elena: «Wir pflegen einen offenen Austausch und eine offene Feedback-Kultur. Das fällt uns leicht, weil wir das gleiche Verständnis für Teamwork haben.»

Was sind eure Erfolgsfaktoren?

Elena: «Flexibilität ist am wichtigsten. Und die Kommunikation ist das A und O. Man muss immer offen sein für den Dialog. Teamfähigkeit ist ebenfalls zentral.»

Cyril: «Ich schliesse mich dem an. Ich muss bereit sein, als Team zu agieren. Wir wollen auch beweisen und zeigen, dass es gut funktioniert!»

Was müssen die Führungskräfte beachten?

Marc: «Sie müssen mutig sein, sich darauf einlassen und sich die Zeit nehmen. Man muss die Kundenberatenden eng begleiten und unterstützen. Wir hielten zu Beginn viele gemeinsame Abstimmungsmeetings. Und natürlich muss es auch einfach menschlich passen.»

Cyril: «Die Motivation für Jobsharing muss von den Mitarbeitenden kommen. Sonst geht das nicht. Die Führungskraft kann nur unterstützen.»