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Geld ist Ansichtssache

Geld ist etwas sehr Individuelles, darum ist es umso spannender, wenn man mit vielen Menschen darüber spricht – und unterschiedliche Meinungen hört. Hier stellen wir regelmässig wichtige Fragen rund um Geld, suchen spannende Antworten in Form von Studien und Reportagen und zeigen interessante Perspektiven und Fakten zum emotionalen wie auch kontroversen Thema Geld. Diskutieren Sie mit, Ihre Meinung interessiert uns.

Kampagne der Bank Cler: Warum spricht man im reichsten Land der Welt nicht offen über Geld?

Das Thema Geld ist tabu.

Viele empfinden es als unangenehm, offen über Geld zu reden. Eine Studie zeigt, dass das Thema Geld als Teil der persönlichen Intimsphäre wahrgenommen wird und beim Umgang mit Finanzfragen das Denken der Menschen von Scham, Neid und Angst bestimmt ist. Eine weitere Hemmschwelle sehen die Forscher darin, dass es als oberflächlich und moralisch fragwürdig gilt, sich intensiv mit Geldthemen zu befassen. Um Nachteile für den einzelnen und die Volkswirtschaft zu verhindern, fordert die Studie ein Umdenken. Doch das ist nur eine von vielen interessanten Ansichten. Und deshalb ist es wichtig, über Geld zu reden. (Quelle: „Die Psychologie des Geldes“ von Prof. Stefan Hradil, Universität Mainz in Zusammenarbeit mit SINUS Markt- und Sozialforschung, 2004)

 

Die schönsten Dinge im Leben sind umsonst?

Geld macht nicht unglücklich.

Was macht uns glücklich? Diese Frage beantworten wir alle unterschiedlich. Die einen legen Wert auf Geld, andere auf Gesundheit und wiederum andere erfreuen sich an Statussymbolen. Wir fühlen uns von unterschiedlichen Dingen erfüllt. Doch stimmt das wirklich? Forscher der Harvard Universität behaupten nun, dass es für uns alle letztlich nur ein einziges Ding für Glück und ein erfülltes Leben gibt: Gute zwischenmenschliche Beziehungen. Punkt. Doch das ist nur eine von vielen interessanten Ansichten. Und deshalb ist es wichtig, über Geld zu reden. (Quelle: „The Glueck Study“ by George Vaillant and Sheldon Glueck, Harvard Department Of Psychiatry, 2010)

 

Wie viel Karriere verträgt eine Familie?

Mit dem Einkommen steigt auch die Zufriedenheit.

Studien zeigen, dass wer ein Jahreseinkommen von 15 000 Franken bezieht, einen starken Glückszuwachs erlebt, wenn sich das Einkommen auf 30 000 verdoppelt. Wer es schafft, dies nochmal auf 60 000 zu steigern, erhält einen weiteren Glücksbonus, der jedoch schon geringer ausfällt. Bei 80 000 verliert sich der Zusammenhang fast vollends. Ökonomen sprechen hier von einem abnehmenden Grenznutzen, was bedeutet: Freizeit wird wichtiger als Geld. Doch das ist nur eine von vielen interessanten Ansichten. Und deshalb ist es wichtig, über Geld zu reden. (Quelle: „Will Money Increase Subjective Well-Being?“ by Ed Diener and Robert Biswas-Diener, Journal for Social Indicators Research, Volume 57, 2002)

 

Wie viele Ehen halten Arbeitslosigkeit aus?

Über 40% aller Ehen werden wieder geschieden.

Arbeitslosigkeit ist nicht selten der Grund für eine Trennung, denn je länger sie anhält, desto mehr Probleme gibt es im gemeinsamen Zusammenleben. Studien zu Folge halten Beziehungen länger, wenn beide Partner arbeiten. Partnerschaften, in denen nur ein Partner arbeitet, haben meist nicht wegen der Liebe wegen Bestand, sondern weil eine Scheidung und die mit dem Alleinleben verbundenen finanziellen Nachteile zu teuer wäre. Doch das ist nur eine von vielen interessanten Ansichten. Und deshalb ist es wichtig, über Geld zu reden. (Quelle: „Der arbeitslose Partner macht einen unglücklich“ von Dr. Maike Luhmann, Wirtschaftspsychologie aktuell, 2014)

 

In der Schule lernen wir alles, warum nicht auch den Umgang mit Geld?

Jeder dritte Jugendliche ist verschuldet.

Gemäss einer Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz sind 38 Prozent aller 18- bis 24-Jährigen Schweizer verschuldet. Bei jedem Zehnten belaufen sich die Schulden auf über 2000 Franken. Doch auch wenn es den Anschein habe, könnten verschuldete Teenager ihr Leben nicht geniessen – sie haben laut Dr. Elisa Streuli grosse Schuldgefühle. Der Umgang mit Geld muss gelernt werden. Doch das ist nur eine von vielen interessanten Ansichten. Und deshalb ist es wichtig, über Geld zu reden. (Quelle: „Du bist was du hast! Geld, Konsum und Schulden Jugendlicher.“ von Regula Studer und Dominique Högger, Fachhochschule Nordwestschweiz, 2014)

 

Warum verdienen Männer und Frauen nicht einfach gleich viel?

Frauen verdienen rund 20% weniger als Männer.

In der Schweiz haben alle Frauen und Männer ein Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit. _So steht es in der schweizerischen Bundesverfassung. Dennoch sind die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen nach wie vor beträchtlich. Dies wirkt sich jeden Monat am Zahltag aus – und auch auf die Altersvorsorge: Bis zur Pensionierung kann ein Lohnunterschied bis zu einer halben Million Franken entstehen. Doch das ist nur eine von vielen interessanten Ansichten. Und deshalb ist es wichtig, über Geld zu reden. (Quelle: „Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2014“ Eidgenössisches Departement des Innern EDI, Bundesamt für Statistik BFS, 2014)