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Zeit, über Geld zu reden.

Alles zu seiner Zeit

Tief kaufen, hoch verkaufen – erfolgreiches Anlegen scheint eigentlich kinderleicht. Leider weiss man nur nicht im Voraus, wann die Kurse ihren Höchst- oder Tiefststand erreicht haben. Aber Anlegerinnen und Anleger können beim Kauf breit diversifizierter Fonds in der Regel immer auf die einzige Freundin zählen, die sie an der Börse haben: die Zeit.

Eine Fahrt mit der Achterbahn ist ein Klacks gegen das, was die Aktie der Nationalbank Anfang 2018 bot. Am 22. März 2018 kostete der Titel 5800 Franken, am 4. April waren es 8700 Franken. In etwa über zwei Wochen ist der Aktien-kurs also um die Hälfte gestiegen – und mit ihm ist auch das eingesetzte Kapi-tal angewachsen. Theoretisch: Denn es muss davon ausgegangen werden, dass die Aktie nur von den allerwenigsten Investoren genau über diese zwei Wochen gehalten wurde.

Doch eine Woche später war der Titel bereits wieder 1600 Franken weniger wert. Wer zu diesem Zeitpunkt ausgestiegen ist, wird sich nochmals eine Woche später, als der Kurs wieder auf 8500 Franken stieg, geärgert haben. Nochmals einen Monat später dürfte der Ärger verflogen gewesen sein – die Aktie fiel auf 6000 Franken.

Einige Anleger werden bei dieser Achterbahnfahrt tatsächlich Geld verdient haben – im besten Fall die eingangs erwähnten 50 Prozent. Andere jedoch sind Ende März bei knapp 8000 Franken eingestiegen, konnten sich nach dem Kursrückgang nicht zum Verkauf entscheiden und sind nun zwar Miteigentümer der Nationalbank, haben dabei aber 25 Prozent minus gemacht.

Hätte, hätte, Fahrradkette

Die fantastischsten Rechenbeispiele bietet der Bitcoin: Wer im Juli 2010 1000 Franken in die Kryptowährung investiert hätte und Ende 2017 ausgestiegen wäre, hätte Weihnachten als 200-facher Millionär gefeiert. Bereits zwei Monate später wären es «nur» noch 60 Millionen gewesen. Für viele sah die Realität anders aus: irgendwo bei 12 000 eingestiegen und jetzt zusehen, wie der Kurs irgendwo bei 6000 dümpelt und nicht wissen, ob man verkaufen soll.

Zugegeben: Beides sind Extrembeispiele. Bei der Nationalbank spielen politische und währungstechnische Aspekte eine derart zentrale Rolle, dass der Titel unmöglich zu durchschauen ist. Der Bitcoin als erste erfolgreiche Kryptowährung hat die Gier der Käufer so stark geweckt, dass sämtliche Gesetzmässigkeiten ausser Kraft gesetzt und Vorsichtsmassnahmen vergessen wurden. Aber was für diese beiden Titel in extremis gilt, gilt generell: Kursentwicklungen lassen sich nicht vorhersagen, auch nicht von Profis. Sie setzen darum auf Diversifikation, sprich: Sie streuen das Risiko über verschiedene Anlageklassen, Regionen, Sektoren und was es sonst noch alles gibt. Um von einer professionellen Risikostreuung zu profitieren, muss man übrigens nicht reich sein: Sie ist bei all unseren Anlagelösungen Standard.

Diversifikation ändert jedoch nichts an den Kursschwankungen, denen Anleger ausgesetzt sind. Diesen kann man ideal begegnen, indem man sie ignoriert und möglichst regelmässig Anteile kauft. So sichern sie sich einen Durchschnittspreis. Dann ist Anlegen fast wie früher Sparen. Mit dem Unterschied, dass das Geld nicht fast zu null Prozent verzinst wird, sondern vom mittel- und langfristigen Wachstum der Märkte profitieren kann.


Der Anlegerin bester Freund: die Zeit

Aber selbst Diversifikation und regelmässige Einkäufe bieten keine Sicherheit – die gibt es nie. Von schwierigen Zeiten können praktisch alle Anlageklassen be-troffen sein. Bei einer Wirtschaftskrise, die zu keiner Zeit komplett ausgeschlos-sen werden kann, sind Kursrückgänge nicht zu vermeiden. 2018 ist bislang ein solch harziges Jahr, nachdem die Märkte 2017 stark zugelegt hatten.

Doch tiefe Kurse sind bei diversifizierten Fondsanlagen nur dann ein Problem, wenn man genau in diesem Moment Geldbedarf hat und seine Anlagen verkaufen muss. Wenn das nicht der Fall ist, hilft die beste Freundin jeder Anlegerin und jedes Anlegers: die Zeit. Wer sie hat, kann die Kursrückgänge als Buchverluste mental verbuchen und gelassen darauf warten, dass sich die Märkte erholen. Denn das ist bis anhin noch jedes Mal geschehen.

Stellt sich nur noch die Frage, wie man verhindert, im ungünstigsten Moment verkaufen zu müssen. Da hilft nur eine möglichst gute Planung – wer grössere Investitionen wie ein Haus, eine Firmengründung oder eine Weltreise rechtzei-tig budgetiert, kann im Vorfeld das Anlagerisiko laufend reduzieren und erlebt keine böse Überraschung, wenn er sein Kapital braucht.

Wie eine auf Sie zugeschnittene Anlagelösung aussieht, erklären Ihnen unsere Berater gerne am Telefon oder in einem persönlichen Gespräch. Ihre beste Freundin an der Börse geht auch bei uns ein und aus.