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Zeit, über Geld zu reden.

Bruno Manser – Paradise War

Heute, am 25. August 2018, wäre der Schweizer Ethnologe und Umweltaktivist Bruno Manser 64 Jahre alt geworden. Seit Mai 2000 galt er als vermisst und wurde am 10. März 2005 amtlich für verschollen erklärt. Derzeit befindet sich der neue Film «Bruno Manser –Paradise War» in der Postproduktion. Wieso die Bank Cler diesen Film unterstützt und wie weit zurück die Verbindung zwischen der Bank und Bruno Manser geht, erklärt uns Kaspar Müller – selbstständiger Ökonom, Vorsitzender des Beirats Nachhaltigkeit im Konzern BKB, ein guter Freund und Erbenvertreter von Bruno Manser – in einem kurzen Interview.

Um was geht es im Film?

Es geht in erster Linie um Respekt. «Paradise War» erzählt die Geschichte eines mutigen, engagierten und respektvollen Menschen. Der Film thematisiert die mit Füssen getretenen Rechte von indigenen Völkern, die Verletzung von Menschenrechten, die Bedeutung der Biodiversität, den Klimawandel und die illegale Abholzung der Tropenwälder. Gleichzeitig wird auch die nicht lupenreine Rolle der Finanzmärkte dargestellt, die Geldwäscherei zulassen und damit einen Katalysator für illegale Abholzung bilden.

Die Bank Cler unterstützt Bruno Manser, einen Menschenrechts- und Umweltaktivisten. Macht das Sinn?

Als Schweizer hatte auch Bruno in der Schweiz seine Bankverbindung. Bei der Wahl seiner Bank war er vorsichtig bezüglich deren Tätigkeiten und Reputation. Er wollte nicht Kunde bei einem Institut sein, das auf anderen Kanälen die illegale Abholzung finanziert. Er wählte die damalige Bank Coop aus, die heutige Bank Cler. Die Bank hat die Herausgabe der Tagebücher von Bruno Manser im Jahre 2004 finanziell unterstützt und diese nach der Veröffentlichung dem Publikum in ihren Schalterhallen zugänglich gemacht. Die Originalseiten der Tagebücher, ein Kulturgut, lagern im Safe der Bank. Die Bank Cler engagiert sich also schon seit vielen Jahren für die Anliegen von Bruno Manser.

Was haben Schweizer Banken mit dem Urwald in Borneo zu tun?

Als ich Bruno kennen lernte, da haben wir über den Schutz von Pflanzen und Bäumen gesprochen, auch über die Rechte indigener Völker und über Menschenrechte. Mehr und mehr ist klargeworden: Der Antrieb zur illegalen Abholzung und der Missachtung der Menschenrechte indigener Völker erfolgt auch durch den internationalen Finanzmarkt. Solange einzelne Banken bei der Entgegennahme von Gewinnen aus illegaler Abholzung und Bestechungsgeldern für Abholzkonzessionen beide Augen zudrücken, solange bleiben der Regenwald und die indigenen Völker bedroht.

«Die Bank hat die Herausgabe der Tagebücher von Bruno Manser im Jahre 2004 finanziell unterstützt und diese nach der Veröffentlichung dem Publikum in ihren Schalterhallen zugänglich gemacht»
Kaspar Müller – selbstständiger Ökonom, Vorsitzender des Beirats Nachhaltigkeit im Konzern BKB

Und die Bank Cler?

Die Bank Cler bekennt sich zur Nachhaltigkeit und setzt sich im täglichen Geschäft integral dafür ein. Eine Richtlinie der Bank Cler legt fest, dass keine Finanzierungen getätigt und keine Wertschriften von Unternehmen erworben werden dürfen, die in gravierende Kontroversen im Zusammenhang mit der Rodung von Regenwäldern verwickelt sind. Dies gilt insbesondere auch für Palmölplantagen.

Was kann der Film bewirken?

Viel, sehr viel, auf unterschiedlichen Ebenen. Bruno Manser hat dem Kampf für den Erhalt des Regenwaldes und für die Rechte der Bevölkerung im Sarawak ein Gesicht gegeben. Das hat auch in der Schweiz Reaktionen und Emotionen ausgelöst. Seine Geschichte kann über den Film erneut für die Problematik sensibilisieren und die Menschen zum Handeln animieren. Im Film spielen die Penans sich selbst. Und dies grossartig! Der Einbezug der Penans ist ein gutes Beispiel, wie ernsthaft und ehrlich das Filmteam das Projekt angegangen ist. Darüber sind die Penans sehr dankbar. Sie freuen sich, dass ihre Geschichte und ihr Wille, den Regenwald zu schützen und zu erhalten, ernst genommen und erzählt werden, nicht nur für die Kinobesucher weltweit, sondern auch für ihr eigenes Volk.

«Seine Geschichte kann über den Film erneut für die Problematik sensibilisieren und die Menschen zum Handeln animieren.»
Kaspar Müller – selbstständiger Ökonom, Vorsitzender des Beirats Nachhaltigkeit im Konzern BKB

Was können wir alle für die Verwirklichung der Ziele und Ideale von Bruno Manser tun?

Bruno hat einmal gesagt: «Wer begriffen hat und nicht handelt, der hat nicht begriffen.» Auf politischer Ebene, bei Wahlen, können wir Parteien meiden, welche den Klimawandel und die Problematik des Tropenholzimports nicht ernst nehmen. Wir können uns dezidiert für eine Besteuerung des Flugbenzins sowie der Einführung einer CO2-Lenkunsgabgabe einsetzen, auch wenn sich dies für das eigene Portemonnaie nachteilig auswirkt. Als Investoren können wir bei der Anlagepolitik, auch bei der eigenen Pensionskasse, darauf achten, dass nachhaltige Aktivitäten finanziert werden. Wir haben Einflussmöglichkeiten als Konsumenten, in dem wir z.B. Produkte mit Palmöl und andere nicht nachhaltig produzierte Produkte meiden. Und wir können Organisationen wie den Bruno Manser Fonds unterstützen, der sich für den Erhalt der bedrohten tropischen Regenwälder mit ihrer Artenvielfalt und insbesondere für die Rechte der Regenwaldbevölkerung einsetzt (www.bmf.ch). Es zählt der Beitrag jedes einzelnen. Wie Bruno Manser gesagt hat: «Jede kleine Tat für das Leben ist wie ein leuchtender Stern am dunklen Himmel.»