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Zeit, über Geld zu reden.

Talentförderung in St. Moritz

Jeden Frühling und Herbst trifft sich das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester (SJSO) in St. Moritz zu einer intensiven Probewoche. Seit Frühjahr 2018 ist die Bank Cler Hauptsponsorin des Orchesters und setzt sich für die jungen Musiktalente ein. Was es bedeutet, im SJSO mitzuspielen und welche Erfahrungen sie für die Zukunft sammeln kann, erzählt uns Nicole Benz, Orchesterpräsidentin.

Was macht das SJSO so besonders?

Nicole Benz: Ich habe früher in Bern in einem Jugendorchester gespielt. Einige meiner Kolleginnen und Kollegen spielten bereits im SJSO und ich wurde von ihnen zum Probespiel überredet. Nun bin ich schon seit über vier Jahren dabei und schätze vor allem, dass es ein so überregionales und vielfältiges Orchester ist. Es kommen junge Menschen aus der ganzen Schweiz und allen Sprachregionen zusammen.
Bei meinem Eintritt ins SJSO war ich noch unentschlossen, ob ein Musikstudium das Richtige für mich ist. Ich habe mich schliesslich dagegen entschieden. Die meisten Mitglieder des SJSO studieren jedoch Musik, es gibt nicht viele, die wie ich an einer Uni studieren. Ich schätze es sehr auf einem so hohen Niveau musizieren zu können.

«Das SJSO ist viel mehr als ein Jugendorchester, es ist auch Sprachkurs und Netzwerkplattform.»
Nicole Benz, Orchesterpräsidentin und 2. Violine

Was bedeutet Jugendtalentförderung konkret beim SJSO?

Nicole Benz: Obwohl es beim SJSO auch darum geht, zusammen Spass zu haben, ist es doch in erster Linie eine unglaublich gute Orchesterschule. Unser Dirigent Kai Bumann verfügt über eine enorme Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen. Er weiss genau, wie er uns in relativ kurzer Zeit ein Werk näher bringen kann. Wir lernen das Zusammenspiel im Orchester und auch, wie man über längere Zeit auf ein grosses Ziel hinarbeitet. Kai Bumann legt viel Wert auf Präzision, was uns im späteren Berufsleben helfen wird. Auch die Konzerte sind natürlich wichtige Erfahrungen für uns. Wir müssen uns jedes Mal neu auf die unterschiedlichen Konzertorte einstellen: Jeder Saal hat seine eigene Akustik und Atmosphäre. Das ist eine Herausforderung und gleichzeitig auch sehr lehrreich.



Seit Frühjahr 2018 sponsert die Bank Cler das SJSO. Wie nimmst du die Bank wahr?

Nicole Benz: Ich erlebe die Bank Cler als sehr aktive Sponsorin. Sie ist bereit, mit uns neue Ideen und Richtungen einzuschlagen. Für mich ist das Sponsoring der Bank Cler ein jugendliches, frisches Sponsoring, das gut zu uns passt. Ohne die Bank Cler könnten wir diese Probewoche mit fast hundert Musikerinnen und Musikern nicht durchführen. Das Engagement im SJSO braucht auch von uns viel Energie und Willen. Da ist es wichtig, einen guten Sponsor im Hintergrund zu haben, der uns unterstützt und zu uns passt.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Nicole Benz: In meinem Fall ist das eine schwierige Frage, da ich eben nicht Musik studiere. Bei vielen anderen ist es klar, sie machen ein Praktikum in einem Berufsorchester oder studieren weiter. Für uns Nichtmusikstudierende ist die Ausganslage eine andere. Es ist schwierig, nach dem SJSO ein Amateurorchester zu finden, das auf so hohem Niveau spielt. Das ist unser Dilemma. Ich persönlich sehe mich in fünf Jahren in einem innovativen Kulturunternehmen, wo ich Dinge bewegen kann. Da werden mir die Erfahrungen aus der Zeit beim SJSO sicher weiterhelfen.

Vom 24. Oktober bis am 18. November spielt das SJSO in Basel, Zürich, Neuchâtel, Bern, Fribourg, Muttenz und Solothurn.
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