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Marktausblick

Kein Ende der Kampfhandlungen in Gaza absehbar

CIO Kommentar, Montag, 6. November 2023

Dr. Sandro Merino, Chief Investment Officer

Nach dem brutalen und kaltblütig geplanten Überfall der Hamas-Terroristen am 7. Oktober ist auch ein Monat später noch kein Ende der Kampfhandlungen im Gazastreifen sowie an Israels nördlicher Grenze absehbar. Nach wie vor befinden sich weit über 200 israelische Geiseln in den Händen der Terroristen. Aber auch die zivilen Opfer in Gaza gehen inzwischen in die Tausende. Darunter ein grosser Anteil an Kindern. Die humanitäre Lage der Menschen wird von der Uno und anderen Organisation scharf kritisiert, was zu teilweise harsch ausgetragenen diplomatischen Auseinandersetzungen mit Israel führt. Selbst in Israel wird breit abgestützte Kritik laut. Es werden grundsätzliche Zweifel am Vorgehen der Regierung und auch an der Person des Premierministers Netanjahu geäussert.

Selbst wenn es Israel unter Inkaufnahme weiterer ziviler Opfer gelingen sollte, den Einfluss der Hamas in Gaza zu eliminieren, bleibt unklar, wie eine Normalisierung aus dem aktuellen Chaos heraus aussehen könnte. Auch der Israel-Besuch des US-Aussenministers Anthony Blinken hat bisher nicht zu einer humanitären Kampfpause oder gar zu einem Waffenstillstand geführt. Im Raum steht die Möglichkeit einer Freilassung der israelischen Geiseln durch die Hamas als Voraussetzung für einen Waffenstillstand seitens Israel zu verhandeln.

Auswirkungen der Krise an den Finanzmärkten

Im Oktober haben Schweizer Aktien etwa 5% an Wert verloren (SPI-Index). Allerdings waren nebst der Gaza Krise auch geldpolitische Unsicherheiten ein Faktor für diese Entwicklung.

Der Goldpreis in CHF hat im gleichen Zeitraum fast 7% zugelegt. Unsere taktische Positionierung bei Gold hat dazu beigetragen, dass unsere Anlagestrategien Oktober, je nach Risikoprofil, einen etwas gedämpften Rückschlag von -1% bis -3% erlitten haben. Auch der zwischenzeitliche Anstieg des Ölpreises um 10% bis Mitte Oktober ist inzwischen wieder beinahe vollständig abgeebbt.
Ob der opferreiche Konflikt noch grössere Kreise ziehen wird, bleibt derzeit ein erhebliches Risiko. Die sehr intensiven diplomatischen Aktivitäten rund um den Konflikt in Gaza deuten wir aber als Zeichen dafür, dass eine Eskalation des Konfliktes in eine direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Iran vermieden werden soll.

Inflation in der Eurozone wohl schon unter 3%

Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank haben am 1. November respektive am 26. Oktober auf eine weitere Erhöhung der Leitzinsen verzichtet. Somit dürften die Leitzinsen nun für mehrere Monate auf den aktuellen Niveaus von 5.50% für den USD und 4.50% für den EUR verharren. Insbesondere liegt die erste offizielle und recht zuverlässige Prognose für die Inflation in der Eurozone für November bei 2.9%.

Die offizielle Kommunikation der Inflationsstatistik erfolgt aber erst am 17. November. Sollte die Erwartung einer weiter fallenden Inflation erfüllt werden, dann sind erste Reduktionen der EUR Leitzinsen gegen Mitte 2024 durchaus möglich. Für eine kommende Lockerung der Geldpolitik der EZB sprechen auch die derzeit schwachen Konjunkturdaten in der Eurozone.

Auch die Schweizerische Nationalbank SNB dürfte keine weiteren Zinserhöhungen umsetzen. Der CHF-Leitzins bleibt damit bei 1.75%. Die Inflation in der Schweiz für Oktober liegt bei 1.7%. Die neue Statistik für November erscheint am 4. Dezember, wobei ein wenig veränderter Wert erwartet wird.

Anlagestrategie: Aufstockung der Aktienquote

Die Kommunikation der US-Notenbank am 1. November legt den Schluss nahe, dass keine weiteren Leitzinserhöhungen für den USD mehr zu erwarten sind. Dies hat in der ersten November Woche für eine Erholung an den Aktienmärkten beigetragen.

Ausserdem ist die Orientierungslosigkeit am Markt für US-Staatsanleihen mit einem Fall der Zinsen für lange Laufzeiten um etwa 0.3% (Laufzeit 10 Jahre) vorläufig geklärt worden. Die robusten Wachstumszahlen in den USA und in China für das dritte Quartal lagen deutlich über den Prognosen. Die verbesserte Nachrichtenlage und die seit dem Sommer gefallenen Preise für Aktien haben uns Ende Oktober und anfangs Oktober zum Entscheid geführt, die taktische Aktienquote weiter zu erhöhen. Dabei haben wir Liquidität abgebaut, um diese in Schweizer Aktien zu investieren. Unsere Positionierung in Edelmetallen haben wir weitestgehend beibehalten.

Heutige Marktentwicklung

Der SMI-Index ist am heutigen Montagmorgen kurz nach Börseneröffnung kaum verändert. Gleiches gilt für den deutschen Aktienindex (DAX). Für die US-Aktienbörsen signalisieren die Futures eine leicht positive Eröffnung des Handels (Stand ca. 09.30 Uhr, 6.11.2023, Basel Zeit).

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