CIO Kommentar, Montag, 12. Januar 2026
Im derzeitigen Umfeld bleiben die Risiken und Unwägbarkeiten hoch. Die tiefe Krise der NATO und die faktische Auflösung einer Vielzahl expliziter und impliziter multilateraler Vereinbarungen durch die US-Regierung, könnte Europa zur Umsetzung einer eigenständigeren Sicherheits- und Wirtschaftspolitik bewegen. Erste zusätzliche europäische Investitionsprogramme in Verteidigung und Infrastruktur sind aufgegleist, was Impulse für die europäische Konjunktur generieren müsste. Erste Hoffnungsschimmer für eine wirtschaftliche Wiederbelegung in Europa sind trotz Krisenstimmung derzeit zu beobachten.
Wir bleiben für die Entwicklung an den Finanzmärkten trotz der hohen Bewertungen, besonders an den US-Aktienmärkten, verhalten optimistisch. Wir rechnen für die Weltwirtschaft mit einer zwar unterdurchschnittlichen, aber positiven Entwicklung des Wachstums. Ein wichtiger Faktor bleibt die US-Inflationsentwicklung und die US-Geldpolitik. Für 2026 sind zwei Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed eingepreist. Wir erwarten, dass sich die Aktienmärkte auch 2026 positiv entwickeln, wobei sich unsere Prognosen in den meisten Fällen unter dem Konsens der Analysten bewegen. Wir prognostizieren mittlere einstellige Rendite für Aktien, also deutlich weniger als in den vergangenen zwei Jahren. Unsere Prognose für Aktien beruht auf den Erwartungen zum Wirtschaftswachstum in den wichtigsten Volkswirtschafen, auf der erwarteten Entwicklung der Gewinnmargen und auf dem Umstand, dass Aktien deutlich über historischen Mittelwerten bewertet sind.
Bei den Währungen EUR und USD rechnen wir auf Jahresbasis nicht mit deutlichen Veränderungen bei den Wechselkursen zum CHF.
Der seit dem Brexit schleichende wirtschaftliche Abschwung im Vereinigten Königreich könnte für 2026 erstmals die Parität 1:1 von Pfund und Schweizer Franken zur Folge haben.
Renditeprognosen für den kurzen Zeithorizont von lediglich einem Jahr sind unweigerlich sehr unsicher. Wir verstehen unsere Prognosen für das Jahr 2026 somit als eine verdichtete und zusammenfassende Einschätzung der gegenwärtigen komplexen Rahmenbedingungen.
«Wichtiger als die Prognose ist aus unserer Sicht die Empfehlung, sehr breit diversifiziert und weltweit anzulegen.»Dr. Sandro Merino, Chief Investment Officer
Die Wahl des Risikoprofils und der damit kompatibel erreichbaren Zielrendite bleibt die wichtigste Entscheidung für eine langfristig erfolgreiche Kapitalanlage. Besonders in Zeiten hoher Unsicherheit erscheint uns die Besinnung auf diese «strategische Disziplin» mehr denn je angemessen.
Unsere Kundeberaterinnen und Kundenberater unterstützen sie gerne bei der Bestimmung der für Sie individuell geeigneten Anlagestrategie.
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Klagen gegen die US-Notenbank Fed in Zusammenhang mit Kostenüberschreitungen in einem Bauprojekt führen zu Befürchtungen über die Unabhängigkeit der US-Notenbank.
Die Androhung einer militärischen US-Intervention im Iran ist ein weiterer Faktor, der heute zu Unsicherheit bei Aktien führt. Hingegen erreicht der Preis von Gold mit über 117 500 CHF pro kg einen neuen historischen Rekordwert.
Der Schweizer SMI-Index eröffnet trotz Risikofaktoren wenig verändert, dies gilt auf für den deutschen DAX-Index. Die US-Aktienmärkte sollten heute Nachmittag, gemäss den Vorzeichen an den Aktien-Terminbörsen, mit Verlusten von ca. 0,5% bis 1% eröffnen (Stand ca. 11:00 Uhr, 12. Januar 2026, Basel Zeit).