CIO Kommentar, Montag, 16. Februar 2026
Nachdem sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in den USA in den vergangenen Monaten eher von einer schwierigen Seite gezeigt hatte, konnte der Bericht für den Monat Januar 2026 positiv überraschen. Dies gilt insbesondere für die Zahl der neugeschaffenen Stellen. Diese wurden mit 130 000 angegeben (erwartet waren 65 000), was der stärksten Zunahme seit Dezember 2024 entspricht. Diese Entwicklung ist insofern von Bedeutung, als die schlechten Arbeitsmarktberichte im vergangenen Jahr die US-Notenbank (Fed) veranlasst hatten, im September 2025 ihre Leitzinssenkungen wieder aufzunehmen. Und zwar trotz der Tatsache, dass der Inflationsdruck angehalten hat.
Mit dem nun veröffentlichten Datenkranz bekommen die Verantwortlichen beim Fed etwas mehr Spielraum. Die Zahlen erlauben es ihnen, mit den Leitzinssenkungen zu warten. Der besser als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktbericht passt nämlich auch zu anderen in den vergangenen Wochen veröffentlichten Daten. Dies gilt insbesondere für den Einkaufsmanagerindex der Industrie, der überraschend deutlich von 47,9 auf 52,6 Punkte gestiegen ist. Während Werte unterhalb der 50-Punkte-Marke auf eine Kontraktion der wirtschaftlichen Aktivität in den kommenden Monaten hinweisen, versprechen Werte darüber eine Expansion. Ins Bild passt in diesem Zusammenhang auch die Veränderung der Konsensprognose (Median) für den Anstieg des BIP in den USA für das Jahr 2026. Lag diese Stand Ende 2025 noch bei 2%, wurde sie zwischenzeitlich auf nunmehr 2,4% erhöht. Falls die Prognose am Ende eintritt, entspräche dies einer Wachstumsrate leicht über dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre. Die nun verfügbaren makroökonomischen Daten signalisieren somit eine robuste Konjunkturperspektive für die Vereinigten Staaten. Tiefere Leitzinsen – beispielsweise zur Bekämpfung einer möglichen Rezessionsgefahr – wären vor diesem Hintergrund zumindest aktuell nicht mehr notwendig.
Die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank haben sich mit dem neuen Zahlenkranz bislang trotzdem nicht grundlegend verändert. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass sich die am Freitagnachmittag veröffentlichte Teuerungsrate für die Vereinigten Staaten mit 2,4% für den Monat Januar leicht unter dem prognostizierten Wert von 2,5% eingestellt hat. Am Markt werden bis Ende 2026 entsprechend weiterhin zwei Zinsschritte seitens dem Fed eingepreist. EZB und SNB haben 2025 geldpolitisch bereits vorgelegt. Aktuell wird weder von der Europäischen Zentralbank noch von der Schweizer Nationalbank eine Leitzinssenkung in diesem Jahr erwartet. Sollte der Franken aber nochmals deutlicher aufwerten, wird die Diskussion um Negativzinsen in der Schweiz sicherlich erneut geführt.
Der Schweizer Aktienmarkt (SMI Index) startet leicht positiv in die neue Woche. Der deutsche Aktienindex (DAX) wird ebenfalls gut 0,2% höher gehandelt. Der US-Aktienmarkt wird an den Terminbörsen mit rund 0.4 % leicht im Plus notiert (Stand ca. 10.15 Uhr, 16. Februar 2026, Basel Zeit).