CIO Kommentar, Montag, 10. August 2026
Die Aktienmärkte haben sich im Juli und Anfang August weiter robust gezeigt. Die positive Entwicklung ist dabei breit abgestützt. Der Swiss Performance Index erzielte seit Jahresbeginn bis zum 7. August rund 12,2%, der S&P 500 15,6%, der Euro Stoxx 50 15,6% und der MSCI Europe 14,6%. Besonders stark blieb Japan mit einem Plus von 22,0% in CHF. Die Aktienhausse ist damit international und über verschiedene Sektoren hinweg breit abgestützt. Das Thema künstliche Intelligenz dominiert aber die öffentliche Wahrnehmung weiterhin stark.
Der SPI erreichte am 28. Juli erneut ein Allzeithoch. Solche Rekordstände werden oft stark beachtet, sind für sich genommen aber kein verlässliches Timing-Signal. In der von uns ausgewerteten SPI-Zeitreihe seit dem 1. Juni 1987 finden sich bis Anfang August 2026 genau 677 echte neue Schlusskurs-Allzeithochs. Das entspricht knapp 7% aller Handelstage. Im Durchschnitt erreichte der SPI damit ungefähr alle 14 Handelstage beziehungsweise alle drei Kalenderwochen ein neues Allzeithoch. Das wirkt überraschend, ist in einem langfristig steigenden Aktienmarkt aber normal: Neue Höchststände sind eher Ausdruck eines intakten Aufwärtstrends als ein eigenständiges Kauf- oder Verkaufssignal. Die eigentlich bemerkenswerte Schlagzeile wäre also nicht «SPI auf neuem Allzeithoch», sondern «Seit zwei Jahren kein neues SPI-Allzeithoch». Wir hoffen allerdings, dass wir sie in nächster Zeit nicht lesen müssen.
Die US-Notenbank hat den Leitzins Ende Juli erwartungsgemäss unverändert in einer Spanne von 3,50% bis 3,75% belassen. Bemerkenswert war jedoch weniger der Entscheid selbst als die Kommunikation danach. Der Entscheid fiel mit 9 zu 3 Stimmen; drei Mitglieder des Offenmarktausschusses hätten eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bevorzugt. Oxford Economics schrieb, Warshs Mehrdeutigkeit lasse die Märkte an der Entschlossenheit der Fed zweifeln. Man kann dies als geldpolitischen Hamlet-Moment beschreiben: Die Fed weiss, dass die Inflation noch über dem Ziel liegt, will aber zugleich vermeiden, Konjunktur und Märkte durch eine vorschnelle Straffung unnötig zu belasten. Die Datenlage gibt Warsh zumindest vorerst Gründe zum Abwarten. Die Inflationsdaten haben sich zuletzt etwas entspannt, und vom Arbeitsmarkt kommt derzeit kein zusätzlicher Inflationsdruck.
Die Schweizer Inflationsdaten der vergangenen Woche bestätigen die komfortable geldpolitische Ausgangslage der Schweiz. Die Teuerung lag im Juli nur noch bei 0,4% gegenüber Vorjahr. Damit bleibt die Inflation klar innerhalb des Bereichs, den die Schweizerische Nationalbank mit Preisstabilität verbindet. Bemerkenswert ist, dass höhere Energiepreise bisher nicht zu einem breiten Inflationsschub geführt haben. Tiefere Preise bei verschiedenen Gütern und Dienstleistungen konnten Belastungen einzelner Energiekomponenten teilweise ausgleichen. Auch der Wachstumsausblick für die Schweiz bleibt verhalten, aber nicht rezessiv. Oxford Economics hat die Prognose für das sportereignisbereinigte Schweizer BIP-Wachstum 2026 leicht auf 0,9% angehoben und erwartet für 2026 eine durchschnittliche Inflation von nur 0,5%. Die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass die Auswirkungen des Iran-Schocks auf Aktivität und Inflation in der Schweiz bisher begrenzt bleiben. Besonders der Dienstleistungssektor zeigt sich robust.
Für die SNB spricht diese Kombination weiterhin für Geduld. Die Inflation ist tief, der Preisdruck begrenzt und der Wachstumsausblick moderat positiv. Unser Basisszenario bleibt deshalb ein stabiler SNB-Leitzins bei 0%.
In unserer Anlagestrategie halten wir an unserer Positionierung fest. Die durch die positive Marktentwicklung aufgebaute Aktienübergewichtung wurde bereits teilweise reduziert; aktuell bleiben wir bei Aktien nur noch leicht übergewichtet. Breite internationale Diversifikation, Portfolio-Stabilität und disziplinierte Gewinnmitnahmen bleiben zentral, damit das gewählte Risikoprofil eingehalten wird.
Per 31. Juli 2026 erzielten unsere Anlagelösungen Einkommen, Regelbasiert, Ausgewogen und Wachstum seit Jahresbeginn indikativ Nettorenditen von rund 3,8%, 4,6%, 6,5% beziehungsweise 10,1%. An der taktischen Übergewichtung japanischer Aktien halten wir fest; auch Gold bleibt leicht übergewichtet.
Die weltweiten Aktienindices eröffnen heute nach den Gewinnen der vergangenen Woche wenig verändert. Der SMI gewinnt gegenwärtig rund 0,1%. Der deutsche Aktienindex (DAX) liegt derzeit mit rund 0,2% im Plus. Für die US-Aktienmärkte signalisieren die Terminbörsen für heute Nachmittag ebenfalls eine wenig veränderte Eröffnung (Stand ca. 10:00 Uhr, 10. August 2026, Basel Zeit).