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Die Abstimmung zur Individualbesteuerung: Warum ist das für uns wichtig?

Am 8. März 2026 hat die Schweiz eine neue Steuerregel angenommen. Es ging eigentlich um eine einfache Frage: Soll jede Person ihre Steuern für sich zahlen – egal ob verheiratet oder nicht? Für junge Menschen kann das später wichtig werden, wenn es um Heirat, Familie und Arbeit geht.

Junges Paar

Worum ging es?

  • Künftig wird jede Person wird künftig einzeln besteuert.
  • Die sogenannte Heiratsstrafe verschwindet.
  • Ehepaare mit zwei ähnlich hohen Einkommen profitieren öfter.
  • Ehepaare mit sehr ungleichen Einkommen könnten mehr zahlen.
  • Für unverheiratete und alleinstehende Personen ändert sich nichts.
  • Die Einnahmen aus der direkten Bundessteuer werden um rund 630 Millionen Franken sinken, wovon rund 130 Millionen die Kantone tragen.
  • Die neue Regel gilt frühestens ab 2032.

Heiraten und Steuern: Was hat das überhaupt miteinander zu tun?

Heute ist es in der Schweiz so: Wenn zwei Personen heiraten, werden ihre Einkommen zusammengerechnet und als Ganzes versteuert. Das kann teurer sein, als beide Einkommen einzeln zu versteuern, weil die prozentuale Steuerbelastung mit steigendem Einkommen höher wird. So zahlen verheiratete Paare oft mehr als Paare im Konkubinat, vor allem bei der direkten Bundessteuer. Diese Mehrbelastung nennt man «Heiratsstrafe» und ist seit Jahrzehnten umstritten.

Darum hat die Frage „Heiraten oder nicht?“ heute in der Schweiz nicht nur mit Liebe zu tun, sondern manchmal auch mit Geld.

Was soll nun geschehen?

Die «Individualbesteuerung» wird eingeführt. Das heisst: Jede Person füllt ihre eigene Steuererklärung aus und wird auch einzeln besteuert – unabhängig davon, ob sie verheiratet ist oder nicht. Damit ist die Heiratsstrafe weg.

Was ändert sich für junge Leute?

Junge Menschen verdienen in der Regel noch nicht so viel und zahlen noch nicht besonders hohe Steuern. Trotzdem kann die Reform später wichtig werden, zum Beispiel wenn sie:

  • heiraten,
  • mit jemandem zusammenziehen,
  • Kinder bekommen,
  • mehr verdienen,
  • Teilzeit oder Vollzeit arbeiten.

Zukünftig hat der Zivilstand weniger Einfluss auf die Steuerrechnung. Heiraten ist dann steuerlich kein Nachteil mehr.

Welche Lebensformen werden begünstigt?

Die Reform wirkt sich je nach Lebenssituation unterschiedlich aus.

  • Ehepaare mit zwei ähnlichen Einkommen

    Wenn beide ähnlich viel verdienen, zahlen verheiratete Paare heute oft mehr als unverheiratete.

    Mit der Individualbesteuerung werden viele von ihnen entlastet. Heiraten wird finanziell neutraler.

    Beispiel direkte Bundessteuer
    Bei einem Ehepaar mit zwei Kindern und einem Einkommen von je CHF 100'000 wird sich die Steuerlast auf Ebene der direkten Bundessteuern um rund CHF 3 700 reduzieren
  • Ehepaare mit sehr ungleichen Einkommen

    Wenn eine Person viel verdient und die andere wenig oder gar nicht arbeitet, kann die Reform auch Nachteile bringen.

    Solche Paare profitieren heute teilweise von der gemeinsamen Besteuerung.
    Mit der Individualbesteuerung könnte die Steuerrechnung steigen.

    Beispiel direkte Bundessteuer
    Bei einem Ehepaar mit zwei Kindern und einem ungleich verteilten Einkommen (Ehemann verdient CHF 200 000/Frau ist nicht erwerbstätig) wird sich die Steuerlast auf Ebene der direkten Bundessteuern um CHF 2 800 erhöhen.
  • Unverheiratete und alleinstehende Personen

    Sie werden heute schon einzeln besteuert.

    Für sie ändert sich meist nichts. Die Reform bestätigt ihre heutige Situation.

Geht es auch um Gleichstellung?

Ein Ziel der Reform ist, dass sich Arbeiten mehr lohnt – das betrifft besonders Frauen, die auch heute noch oft Teilzeit arbeiten oder nach einer Familienpause wieder einsteigen. Ob das wirklich zu mehr Erwerbsarbeit führt, wird sich erst zeigen.

Wann kommt die Änderung?

Das neue System gilt frühestens ab 2032.

Fazit: Warum ist die Reform wichtig für junge Menschen?

Die Individualbesteuerung betrifft Ihre Zukunft: Wenn Sie später heiraten oder als Paar zwei Einkommen haben, macht die Reform einen Unterschied machen. Begünstigt werden vor allem moderne Lebensmodelle, in denen beide Partnerinnen oder Partner arbeiten und finanziell unabhängig bleiben.

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