Accesskeys

Vorsorgen

Vorsorgen mit Frauenpower: 13 Tipps für Teilzeit, Babypause, Konkubinat & Co.

Sie tragen viel Verantwortung – für Ihr Kind, Ihre Familie und Ihren Beruf. Dabei bleibt die eigene Vorsorge oft im Hintergrund. Genau hier entstehen Lücken: Teilzeitpensum, Babypause oder unbezahlte Care-Arbeit wirken sich direkt auf Ihre finanzielle Zukunft aus.

Eine Frau kümmert sich um Ihre Altersvorsorge.
Damit Sie Ihren Lebensstandard auch im Alter sichern, zeigen wir Ihnen 13 konkrete Tipps, die Ihre Vorsorge stärken und einfach umzusetzen sind. So behalten Sie den Überblick und setzen die richtigen Schritte für später.

Auf einen Blick

  • Die Renten aus der AHV und Pensionskasse zusammen sollen Frauen nach ihrer Pensionierung rund 60 Prozent ihres letzten Lohns sichern. Das gilt allerdings nur für Vollzeitangestellte.
  • Frauen in der Schweiz leben im Schnitt rund 4.1 Jahre länger als Männer, erhalten aber u.a. aufgrund von Teilzeitarbeit und Babypause oft tiefere Renten aus AHV und Pensionskasse.
  • Vor allem Frauen sollten ihre drei Säulen im Auge behalten und allfällige Lücken rechtzeitig schliessen.

Jetzt vorsorgen.
Mehr zum Vorsorgekonto 3 erfahren
Beratungsgespräch vereinbaren

In der Schweiz herrscht grundsätzlich die Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Doch ganz gleich sind die Voraussetzungen für die Altersrenten der unterschiedlichen Geschlechter trotzdem nicht. Teilzeitarbeit, das Leben im Konkubinat, unbezahlte Haus- und Pflegearbeit (Care-Arbeit) oder eine Scheidung reissen oft ein grosses Defizit in die Vorsorge von Frauen. Die freiwillige Vorsorge innerhalb der dritten Säule ist deshalb insbesondere für Frauen wichtig. Und auch bei den ersten beiden Säulen gibt es Einiges zu beachten und zu optimieren. Mehrere Vorsorge-Fallen führen nämlich gerade bei Frauen zu klaffenden Lücken in der Vorsorge. Und diese lassen sich nur mit entsprechendem Effort wieder auffüllen.

Frauen aufgepasst: Das sind die Vorsorge-Fallen

Bei Erwerbsunterbruch im Konkubinat kann es im schlimmsten Fall zu AHV-Lücken kommen und durch Teilzeitarbeit können Frauen weniger innerhalb der 2. Säule sparen. Wer nicht Vollzeit arbeitet, hat entsprechend weniger Guthaben in den ersten beiden Säulen. Die Situation in der Schweiz ist nach wie vor so, dass Frauen viel häufiger in Teilzeit arbeiten als Männer. Im Jahr 2024 machten sie laut Bundesamt für Statistik 71.8 % der Teilzeiterwerbstätigen aus (1.345 Millionen Frauen vs. 528 000 Männer). Zu den Gründen zählen vor allem Kinderbetreuung und andere familiäre Verpflichtungen.
Das Schweizerische Vorsorgesystem ist auf das klassische Familienmodell ausgerichtet. Unverheiratete Paare mit Kindern, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Patchwork-Familien sollten ihre Vorsorgesituation besonders im Auge behalten. Verheiratete Frauen sind zwar im Hinblick auf die Vorsorge besser abgesichert als unverheiratete, dennoch kann es zu Lücken in der Altersvorsorge kommen - beispielsweise bei einer Scheidung. Zwar erhielten Frauen nach der Scheidung in der Regel bisher Unterhaltszahlungen (auf diese haben sie nach dem Liberalisierungsschritt der Scheidungspraxis durch das Bundesgericht jedoch neu keinen automatischen Anspruch mehr) – dabei wird aber gerne vergessen, dass auf diese Unterhaltszahlungen keine Vorsorgebeiträge geleistet werden. Das wirkt sich negativ auf die Altersvorsorge aus. Besonders mit dem Urteil zur neuen Scheidungspraxis müssen Frauen also darauf achten, dass sie sich auch nach einer allfälligen Scheidung selbstständig versorgen können und sich rechtzeitig um ihre Vorsorge kümmern (z.B. in die dritte Säule einzahlen).
Care-Arbeit ist Arbeit, die für die Pflege und Unterstützung von Menschen erforderlich ist, die aufgrund von Alter, Krankheit, Behinderung oder anderen Gründen auf Hilfe angewiesen sind. Sie umfasst eine Vielzahl von Tätigkeiten wie die Babypause, die Betreuung von Kindern, die Pflege von älteren Menschen, die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, die Hausarbeit und die emotionale Unterstützung von Familienmitgliedern und Freunden. Care-Arbeit wird besonders häufig von Frauen geleistet und ist oft unbezahlt oder unterbezahlt. Es ist eine wichtige Arbeit, die nicht selten unsichtbar bleibt und nicht ausreichend geschätzt wird. Unbezahlte Care-Arbeit vergrössert ohne eine freiwillige private Vorsorge die Vorsorgelücke massgeblich.

Gender Pension Gap in der Schweiz: Zahlen & Fakten

In der Schweiz verdienen Frauen für die gleiche Arbeit im Schnitt 18.0% weniger als Männer (erklärter & unerklärter Anteil Gesamt). Dies entspricht gesamtwirtschaftlich 1500 CHF monatlich basierend auf dem Mittelwert. (Quelle: Eidg. Büro für Gleichstellung Schweiz, August 2023)

58.4% der Frauen und nur 21.1% der Männer in der Schweiz arbeiteten 2024 Teilzeit (Arbeitspensum von weniger als 89%).

Frauen mit Familie (jüngstes Kind unter 15 Jahren, mit Partner) leisten im Schnitt 53.7 Stunden pro Woche unbezahlte Kinderbetreuung und Hausarbeit.

Daten: BFS 2024 / admin.ch

1. Säule / AHV: Die wichtigsten Tipps für Frauen

Beitragslücken durch Teilzeitarbeit oder Erwerbspausen vermeiden

  • Tipp 1: Bestellen Sie in regelmässigen Abständen einen individuellen Kontoauszug (IK-Auszug) bei Ihrer Ausgleichskasse. So haben Sie immer den Überblick ob Sie Beitragslücken in Ihrer AHV haben oder nicht.
    Lücken entstehen, wenn Ihr Einkommen so tief ist, dass keine AHV-Beiträge abgerechnet werden. Wenn das der Fall ist, können Sie innert 5 Jahren Beiträge nachzahlen.
  • Tipp 2: Überlegen Sie, ob Ihr Ehepartner den doppelten Mindestbetrag (Stand heute: über 1’060 CHF/Jahr) einzahlen könnte. Damit sind Sie beide abgedeckt.
  • Tipp: 3: Achten Sie bei einer Scheidung auf die Erziehungs- und Betreuungsgutschriften. Wenn Sie Kinder unter 16 haben, erhöhen diese Gutschriften ihre spätere Rente, wenn Sie sie korrekt beantragt bzw. bei Scheidung sauber aufgeteilt haben.
  • Tipp 4: Falls Sie ins Ausland ziehen, sind Sie nicht mehr AHV-pflichtig und es entstehen Beitragslücken. Klären Sie vor dem Umzug bei der Zentralen Ausgleichsstelle (ZAS) in Genf ab, ob Sie freiwillig weiter in die AHV einzahlen können.
  • Tipp 5: AHV-Beitragslücken entstehen auch, wenn Sie mehrere «kleine» Jobs haben und keiner davon Beiträge abrechnet. Verlangen Sie darum, dass die AHV-Beiträge ab dem ersten Franken Lohn abgerechnet werden.
  • Tipp 6: Denken Sie daran, dass Sie von Ihrem Konkubinatspartner oder Ihrer Konkubinatspartnerin keine AHV-Rente erhalten werden.

Jetzt vorsorgen.
Mehr zum Vorsorgekonto 3 erfahren
Beratungsgespräch vereinbaren

2. Säule / Pensionskasse: Die wichtigsten Tipps für Frauen

Abb. 1: Vorsicht bei Teilzeitjobs: Pensionskassen-Guthaben fällt erheblich geringer aus
  • Tipp 7: Freiwillige Einzahlungen & Konkubinat: Informieren Sie sich über die Leistungen und Möglichkeiten Ihrer Pensionskasse und klären Sie, ob freiwillige Einzahlungen oder z.B. die Erhöhung der Sparbeiträge sinnvoll sind, um Ihre Altersvorsorge zu stärken. Zudem sollten sich auch bei der 2. Säule im Konkubinat lebende Frauen mit Ihrem Partner bzw. Partnerin gegenseitig aktiv bei der eigenen Pensionskasse begünstigen.
  • Tipp 8: Vorsicht bei Teilzeitarbeit: Teilzeitarbeit, der aktuell vor allem Frauen am häufigsten nachgehen, wirkt sich äusserst negativ auf deren Vorsorgesituation aus. Wenn Sie z.B. im 60%-Pensum arbeiten (siehe Abb. 1), müssen Sie im Durchschnitt mit ganzen 53% (!) weniger Guthaben in Ihrer Pensionskasse rechnen. Seien Sie sich dessen bewusst.
  • Tipp 9: Koordinationsabzug sorgt für tiefe Pensionskassenrente: Auch der Koordinationsabzug bei der Berechnung der Pensionskassenrente tut Frauen keinen Gefallen, besonders wenn sie Teilzeit oder für mehrere Arbeitsgeber arbeiten. Sie können versuchen, ob Sie einen Ihrer Arbeitgeber zum Verzicht auf den Koordinationsabzug bewegen können.
  • Tipp 10: BVG-Eintrittsschwelle berücksichtigen: Besonders problematisch für die Vorsorge wird es für Frauen, wenn sie über längere Zeit weniger als 22 680 CHF (2025) jährlich verdienen. Das ist die sogenannte BVG-Eintrittsschwelle. Liegt das jährliche Einkommen der Frau darunter, ist sie nicht in der 2. Säule versichert und es fehlen für diese Jahre sämtliche Pensionskassenbeiträge. Sofern möglich, sollten Frauen also einen Lohn über dieser wichtigen Schwelle anstreben.

Jetzt vorsorgen.
Mehr zum Vorsorgekonto 3 erfahren
Beratungsgespräch vereinbaren

 

3. Säule / private Vorsorge: Die wichtigsten Tipps für Frauen

  • Tipp 11: Frühzeitig planen & beraten lassen: Je früher Sie mit der Planung Ihrer Altersvorsorge beginnen (am besten nicht später als mit 30 Jahren) desto besser. Lassen Sie sich rund um Ihre dritte Säule zusätzlich von Ihrem Kundenberater bzw. Ihrer Kundenberaterin bei Ihres Finanzinstituts beraten und überprüfen Sie regelmässig Ihre Altersvorsorge, um eventuelle Lücken frühzeitig zu schliessen.
  • Tipp 12: 3. Säule voll ausschöpfen: Die Säule 3a ist eine wichtige Möglichkeit für Frauen, ihre Altersvorsorge zu planen. Hier lässt sich jährlich bis zu einem bestimmten Betrag (2025 für Angestellte mit Pensionskasse: maximal 7258 CHF; ohne Pensionskassenanschluss bis zu 20 % des Nettoeinkommens, maximal 36 288 CHF) Geld einzahlen und von Steuervorteilen profitieren. Mit Wertschriften bestehen zudem Chancen auf eine höhere Rendite im Vergleich zum klassischen Vorsorgekonto (siehe Abb. 2). Mehrere 3a-Konten bringen Ihnen bei einem späteren gestaffelten Bezug eine zusätzliche Steuerersparnis. Am cleversten ist es also ab einem Betrag von ca. 30 000 - 40 000 CHF jeweils ein neues Sparen-3-Konto zu eröffnen.
  • Tipp 13: Konkubinatspartner begünstigen: Ihren Konkubinatspartner bzw. -partnerin sollten Sie auch bei Ihrer Säule-3a-Stiftung aktiv selbst begünstigen, da ansonsten keine automatische Absicherung gewährleistet ist.

Haben Sie 2025 nicht den vollen Maximalbetrag in die Säule 3a einbezahlt?

Jetzt können Sie diese Beitragslücke schliessen – mit einem nachträglichen Einkauf. Hier erfahren Sie, wie das geht.
So gehts

Das Wertschriftensparen für die dritte Säule ermöglicht Frauen eine deutlich höhere Rendite als ein klassisches 3a-Konto

Frauen könnten mit dem Wertschriftensparen* in 25 Jahren in ihrer Säule 3a über 163 000 CHF für Ihre Altersvorsorge beiseite legen. Auf dem klassischen Sparen-3-Konto* hätten sich bei gleichen Bedingungen in der gleichen Zeit rund 99 000 CHF angesammelt.

Sich schon früh mit dem Thema Vorsorge auseinanderzusetzen lohnt sich - egal ob Sie Mutter, kinderlos, verheiratet, geschieden, erwerbstätig sind oder derzeit keiner Beschäftigung nachgehen. Wir analysieren in einem unverbindlichen Gespräch Ihre individuelle Situation und zeigen Lösungen auf, damit Sie mehr aus Ihrer persönlichen Altersvorsorge herausholen können.

Mehr zum Wertschriftensparen erfahren
Beratungsgespräch vereinbaren

Vorsorgen mit Wertschriften

Beim Vorsorgen mit Wertschriften investieren Sie in Anlagefonds und haben längerfristig Chancen auf eine höhere Rendite. Lassen Sie sich beraten.

Mehr erfahren
Der junge Sohn sitzt auf den Schultern seines Vaters und hält sich am Kopf des Vaters fest, während beide den wehenden Wind geniessen

Lebensplanung ist Finanzplanung

Sie möchten sich und Ihre Familie gut abgesichert wissen oder wünschen sich eine verlässliche Altersvorsorge?

Mehr erfahren
Ein älteres Ehepaar beim gemeinsamen Grillieren lächelt sich an

Wie viel Rente erhalte ich?

Zu wissen, mit wie viel Rente Sie Stand heute rechnen können, verschafft Ihnen Klarheit über Ihre Finanzen und gibt Ihnen die Chance, sich optimal auf Ihre Pensionierung vorzubereiten.

Mit dem Pensionsrechner berechnen
Symbolbild für Pensionsplanung: Eine ältere Frau lacht vor Freude beim Wandern

Mit der Altersvorsorge sollte man frühzeitig beginnen. Aber zu spät ist es dennoch nie. Rolf Blumer, Leiter Finanzplanung der Bank Cler, erklärt im Interview mit der Coopzeitung warum.

Zum Blog